Hebel auf den Tisch

Klaus und ich hatten uns gestern vorgenommen, bei unseren kurzen Etmalen, doch wenigstens einmal unsere Maschinen freizupusten. Gute Gelegenheit auch mal unseren Rootsverdichter einzuschalten.

Als ich unser Boot vor 2 Jahren kaufte, hatte mein Vorgänger aus Geräusch und aus Sparsamkeitsgründen, eben diesen Rootsverdichter abgeklemt. Bisher hatte ich auch keine Veranlassung diesen Zustand zu ändern. Da der Verdichter aber angeblich zusätzliche 20 bis 30 PS bringen soll, wollte ich nun mal alles in die Waagschale werfen.

Das Ding war schnell angeklemt, brachte aber überhaupt keine Mehrleistung. Entweder hat es sich kaputt gestanden oder alle Aussagen über so einen zusätzlichen Vorverdichter sind falsch.

So lief mir die „My Dream“ auf unserer schnellen Runde im Schwielowsee, bei leichtem Gegenwind, mit 43 km top speed ein wenig davon. Unsere „SUSANN“ brachte es allerdings auch ohne das Rootsgebläse auf satte 37 km – immerhin. Beide Boote natürlich mit voller Urlaubsbeladung, vollen Wasser- und Dieseltanks sowie windschnittigen Fahrrädern auf dem Vorschiff.


Den Tag beendeten wir bei herrlichem Sonnenschein und einem gemütlichen Abend vor Anker im Templiner See bei Potsdam.

Erkenntnis des Tages:
Die „My Dream“ ist schneller – shit.

Am Glindowsee

So liebe Freunde des Blog’s… – heute geht’s weiter. Nach fünf Tagen faulenzen, essen und trinken, werden wir heute die „SUSANN“ endlich mal wieder durchs Wasser bewegen.

Vorgestern sind noch Ingrid und Siegmar mit dem neuen Boot, gefolgt von ihren Freunden Doris und Karl-Heinz, zu uns gestoßen. Klaus hat auch noch alte Bekannte getroffen und gemeinsam ging es abends mit zehn Personen zum essen. Wie immer bei solchen Gelegenheiten wurden viele alte Geschichten und Weisheiten ausgetauscht. Nachdem wir dann noch auf der neuen „EURO“ die ein oder andere Erdnuss mit ein wenig Bier runtergespült hatten, wurde es dann auch irgendwann Zeit für die verdiente Nachtruhe.


DIE NEUEN sind bereits gestern weitergezogen und so setzen die „My Dream“ und wir unsere Reise heute wieder allein fort. Mit vier Booten wäre das nun auch wirklich zu kompliziert geworden.

Für die „Große Fahrt“ hat es dann heute aber mal wieder nicht gereicht. Bereits kurz hinter der Insel Werder biegen wir in den Glindow See ab. Nahe der Einfahrtstonnen steht das altbekannte Schild mit der Info, daß dies der sauberste See Brandenburgs sei. Was liegt näher als hier einen Badetag sowie die Nacht zum Ankern zu verbringen. Wir sind ja schließlich nicht auf der Flucht sondern haben Urlaub. Auf Empfehlung von Klaus Bekannten fahren wir bis zum Ende durch und finden eine ruhige Ankermöglichkeit.

Erkenntnis des Tages:
Wenn man sich nur wenig bewegt, geht der Tag trotzdem gut vorbei.

Insel Werder

Heute sind wir früh los, um noch einen guten Liegeplatz in Werder zu erwischen. Mittlerweile sind die Häfen doch recht voll und man muß bereits gegen Mittag etwas gefunden haben. Die guten Plätze sind danach alle belegt.

Klaus ist bereits vorgefahren. Wir wollen unserer „SUSANN“ im Yachthafen Ringel vorher ein wenig Diesel spendieren. Bisher haben wir lt. Navi 330 km zurückgelegt und müssen 100 Liter nachbunkern. Also gar kein schlechter Verbrauch. Nur ca. 0,3 Liter/km.

Wir machen, wie letztes Jahr, beim MC Werder/H. e.V. fest. Und genau wie letztes Jahr, treffen wir hier auch die Egestorfer aus unserer Nachbarschaft. Ist schon komisch. Das ganze Jahr sieht man sich nicht im Ort, und auf dem Wasser bei Werder trifft man sich dann – sehr merkwürdig.

Nach dem Nebel heute morgen, haben wir mittlerweile das herrlichste Wetter. Nachdem wir festliegen geht’s erstmal zum Abkühlen ins Nasse zum Baden.

Abends fahren wir mit den Fahrrädern gemeinsam mit Inge und Klaus auf die Insel. Wir wollen im Restaurant Arielle leckeren Fisch essen. Ulrike und Klaus haben Glück. Ihre Fische scheinen recht gut zu sein, während Inge und ich enttäuscht sind über Zubereitung und Geschmack. Das anschließende Bierchen in der Captain’s Lounge (Fly) auf der „My Dream“ entschädigt dann für alles.

Erkenntnis des Tages:
Frisch gezapftes Hasseröder ist saftiger als trockener Fisch.