Die Potsdamer Havel

Von den letzten Tagen gibt es eigentlich nur wenig zu berichten. Gestern sind wir am Mühlendamm aufgebrochen, um in meine Lieblingsbucht auf der Havel bei Stromkilometer 47 vor Anker zu übernachten.

Die Lieblingsbucht ist mittlerweile arg verschlamt. Ich schaffe es so gerade eben ohne Grundberührung ans Ende zu kommen, während die „My Dream“ bereits leicht durch den Schlamm zieht. Schade – an Baden ist hier nicht zu denken. Abends regnet es dann wieder und wir gehen lieber früh in die Koje, um uns müde zu lesen.

Heute ging’s dann die Havel weiter zu Berge. Nach dem kleinen Schlenker durch das Naturgebiet bei Ketzin biegen wir in die „Alte Fahrt“ bzw. die Potsdamer Havel. Bei Stromkilometer 2,5 fällt auch heute der Anker sehr früh.

Inge und Klaus unterziehen ihre „My Dream“ einer überaus gründlichen Grundreinigung. Der Regen letzte Nacht hatte sehr viel Dreck mitgebracht. Wir sind da etwas fauler und wischen unsere „SUSANN“ kurz mit dem Feudel durch, schauen unseren Freunden bei der Arbeit zu, essen lieber ein Süppchen und trinken später in der Abendsonne noch ein Gläschen Wein.

Erkenntnis des Tages:
Suppe ist zwar nichts dolles, aber besser als Arbeit.

Am Mühlendamm

Heute geht’s in altbekannte Gefilde. Wir wollen durch die Brandenburger Vorstadtschleuse und danach zum idyllischen Mühlendamm. Bein Anblick der Fischerzeile denkt man unweigerlich an (klein) Shanghai.

Letztes Jahr hatte Ulrike sich am Anleger der Schleuse den Fuß gebrochen. Mit dementsprechend gemischten Gefühlen fahren wir an die Schleuse. Glück gehabt… – wir können direkt hinter einem Schubverband einfahren. Wenige Minuten später machen wir gemeinsam mit der „My Dream“ am Stadtanleger fest und gönnen uns erstmal im naheliegenden „Restaurant an der Dominsel“ ein frisch Gezapftes.

Neben unserem Durst löst sich hier ein weiteres Problem. Ich hatte doch wirklich vergessen Petroleum für unseren Kocher zu besorgen. Die netten Leute von Wassersport Geisler nebenan haben uns hier mal wieder weitergeholfen. Nach einem Telefonat vorgestern, besorgten sie für uns heute einen fünf Liter Kanister reinstes Petroleum für den Wallas Kocher. Während des letzten Zwangsaufenthaltes in Brandenburg hatten sie mir auch fachgerecht zusätzliche Mittelklampen angebracht. Ein wirklich guter Service.


Den Abend verbringen wir dann bei hohen Temperaturen und guten Essen im Restaurant und später mit eins-zwei-drei… kühl gezapften Pilzen auf der Fly der „My Dream“.

Erkenntnis des Tages:
Pilze sind lecker

Slawendorf und Beetzsee

Nach fünf langen Schlechtwettertagen verlassen wir heute endlich den Anlieger am Slawendorf in Brandenburg. Es wird auch langsam Zeit. Ich muß weg hier. War zwar schön alle EM Fußballspiele am Steg zu verfolgen, doch gebracht hat es unserer Nationalelf ja auch nichts.


Da weder die „My Dream“ noch unsere „SUSANN“ bisher den Beetzsee gesehen haben, wollen wir heute gemeinsam soweit wie möglich hoch. Später geht’s dann in eine geschützte Ankerbucht für die Nacht.

Es ist heute richtig warm mit Temperaturen über 30 Grad. Nach den langen Regentagen sowie dem teilweisen bedecktem Himmel natürlich auch entsprechend schwül. Nachdem der Anker gefallen ist, geht’s erstmal ’ne Runde baden. Ulrike verweigert die Badefreuden, da sie offensichtlich die berühmt berüchtigte Beetzsee Muräne im dunklen Wasser vermutet. Pech gehabt… – Klaus und mir gefällts.


Der Beetzsee ist fantastisch. Wir fragen uns ob die Brandenburger wissen, daß sie im Paradies leben. Bewaldete Ufer, überall kleine private Anleger im Schilf, … – einfach klasse hier.

Erkenntnis des Tages:
Dunkles Wasser verhindert manchmal die erlösende Abkühlung